Interlektische Copoiese (IC): Definition, A–F‑Schema und Artefakte einer Lese–Schreib–Lese‑Praxis von Mensch→KI→Mensch
Autor: Thomas Reiner | ORCID: https://orcid.org/0009-0007-1200-1413
Version 1.0 — 21.02.2026
DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.18721378
Kanonische Seite: https://convocare.at/ic/
Minimaldefinition
Interlektische Copoiese (IC) ist die reziproke Lese–Schreib–Lese‑Praxis von Mensch → KI → Mensch, in der der Mensch den Neugier‑Vektor und die Stilhoheit setzt, die KI verdichtet, und der Mensch eingreift, sodass Erkenntnis und Stimmprofil emergieren.
Kurzabstract
IC bezeichnet eine kooperative Textökologie, in der Lesen und Schreiben Möbius‑artig gekoppelt sind. Der Mensch definiert Richtung und Constraints; die KI kartiert und verdichtet (Recherche, Struktur, These/Antithese); der Mensch interveniert (Kürzen, Umdeuten, Re‑Framing) und hält die Stilhoheit. IC fordert Spurentreue durch verbindliche Artefakte: Vektor‑Notat, Verdichtungsprotokoll, Eingriffsmarken und Emergenz‑Log. Ziel ist nicht bloß Beschleunigung, sondern Erkenntnisgewinn sowie die Ausbildung einer eigenen Textstimme. Die Praxis versteht die Navigation eines wachsenden Korpus als gemeinsames Fliegen durch eine Bibliothek: vom Neugier‑Vektor über Verdichtung und Umlenkung zur Emergenz. IC positioniert sich zwischen Mensch‑Computer‑Symbiose, Mixed‑Initiative und Knowledge Building – autorschaftszentriert, argumentativ und nachvollziehbar.
A–F‑Schema (kanonisch)
- A – Dyade: Mensch ∫ KI – Idiolekt trifft Exo‑Lekt.
- B – Moduskopplung: Lesen↔Schreiben↔Lesen statt Linearität (Möbius‑Prinzip).
- C – Neugier‑Vektor: Frage, Rahmen, Ausschlüsse, Zielpublikum, Ton.
- D – Verdichtung (KI): Kartierung, Struktur, These/Antithese, Belegmuster.
- E – Eingriff (Mensch): Kürzen, Widersprechen, Umdeuten; Stilhoheit.
- F – Emergenz: Erkenntnis, Stimmprofil, Transferwissen.
Artefakte (verbindlich)
- Vektor‑Notat (Intention, Ausschlüsse), 2) Verdichtungsprotokoll (These/Antithese/Struktur/Lücken), 3) Eingriffsmarken (Was wurde wo verändert?), 4) Emergenz‑Log (Gelerntes, offene Flanken, nächste Fragen).
Abgrenzung & Neuheitswert (prägnant)
- Praxis statt bloßer Guideline: Lese–Schreib–Lese als Mechanik.
- Provenienzpflicht (Eingriffsmarken) → auditierbares Co‑Schreiben.
- Stil‑Souveränität des Menschen als Designziel.
- Korpus‑Navigation (wachsende Bibliothek) als methodischer Teil der Arbeit.
Zitierweise (DE)
Reiner, T. (2026). Interlektische Copoiese (IC): Definition, A–F‑Schema und Artefakte. Zenodo. DOI: 10.5281/zenodo 18721378
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