
Das Zeichen ist ein Ort in einem Symbol. Der Kreis ist die Welt — mundus —, zugleich der offene Oculus, durch den der Himmel hereinfällt. In ihm steigt die Holzspirale auf: der Turm der tausend Stimmen, die Labyrinth-Bibliothek der Menschheit. Seine Krone trägt einen einzelnen leuchtenden Punkt — die Gegen-Fackel, ein Licht gegen die Dunkelheit der Geschichte. Und aus dem Fuß wachsen feine Wurzeln: Mykorissa, das lebendige Netz, das alles mit allem verbindet. Holz und Licht, Wurzel und Welt — Toleranz als Organismus.
Mundorium Braunau — Wo die Welt zu sich kommt.
Studio Bifurkation · IC · Thomas & Markus Reiner
Mundorium Braunau
Dort, wo einer auszog, die Welt zu spalten, setzt die Menschheit sich wieder zusammen — und beginnt zu leben.
Was ist ein Mundorium?
Ein Ort für die Welt
Das Wort ist neu geprägt und doch sofort verständlich. Wie das Auditorium ein Ort des Hörens ist und das Sanatorium ein Ort des Heilens, so ist das Mundorium ein Ort für die Welt — und für den Menschen darin.
mundus (lat.) — „Welt“, zugleich „rein, geordnet, geschmückt“ · + Endung -orium — „Ort für“.
Mundorium: der Ort, an dem die Welt zu sich kommt.
Kein Museum, kein Mahnmal allein, kein Tempel. Ein lebendiges Haus der Menschheit: Kongress, Universität, Konzertsaal, Bibliothek und ein universeller Raum der Stille — getragen von einem Turm, gespeist von einem lebenden Netz, bewohnt von Menschen aus aller Welt.
Warum Science Fiction — höchste Gegenwartsrelevanz
Science Fiction ist längst keine Flucht mehr. Sie ist das Betriebssystem der Mächtigen geworden. Die Technokraten des Silicon Valley regieren mit Zukunftsbildern aus dem Genre: Elon Musks Aufbruch zum Mars und die Vision einer „multiplanetaren“ Menschheit; Peter Thiel, der öffentlich bezweifelt, dass Freiheit und Demokratie noch vereinbar seien, und auf Lebensverlängerung und technologische Eliten setzt; die „longtermistischen“ und beschleunigungsfreudigen Glaubensbekenntnisse, die ferne Zukünfte gegen die Gegenwart ausspielen. Das sind keine Romane — das ist Kapital, das Zukunft baut.
Genau deshalb darf man das Genre nicht den Kalten überlassen. Wer eine menschliche Zukunft will, muss um die Bilder kämpfen, mit denen Zukunft erzählt wird. Das Mundorium ist Science Fiction, zurückgeholt für Toleranz und Demokratie: eine Gegen-Zukunft. Hier ist Markus, der lebenslange, kritische SF-Kenner, das Gewissen — er kennt die andere, humanistische Linie des Genres: Star Treks IDIC, Perry Rhodans geeinte Menschheit, die weisen und verrückten Visionäre, die uns vor den kalten Utopien gewarnt und die warmen entworfen haben. Das ist, in der Sprache des Studios, ein Bifurkationspunkt: An derselben Gabelung entscheidet sich, ob Technik den Menschen dient oder ihn ersetzt.
Die hier genannten Positionen von Musk und Thiel sind öffentlich dokumentiert; das Mundorium versteht sich als künstlerische Gegenthese, nicht als Urteil über Personen.
Warum Holz — und warum eine analoge Alma Mater?
Beton ist die Sprache der Monumente, die über den Menschen herrschen wollen. Holz ist das Gegenteil: ein gewachsener, atmender, kohlenstoffbindender Stoff, warm unter der Hand, im menschlichen Maßstab. Ein Haus der Toleranz darf nicht kalt sein. Es soll altern, arbeiten, riechen, knarren — leben. Der Werkstoff selbst ist schon die These: Zukunft gelingt nicht gegen die Natur, sondern mit ihr.
Und in einer Zeit, in der Bildung, Begegnung und sogar Gemeinschaft ins Digitale abwandern — in der Technokratien, gerade in den USA, das Analoge als ineffizient abschreiben — braucht es bewusst das Gegengewicht: eine analoge Alma Mater. Körper in einem Raum. Stimmen, die man nicht muten kann. Der Streit von Angesicht zu Angesicht, das gemeinsame Schweigen unter einem Oculus, die Hand auf rohem Holz. Die KI ist ein großartiger Mitautor — unser Logozoon — aber sie ersetzt nicht den Ort, an dem Menschen einander leibhaftig aushalten lernen. Das Mundorium ist absichtlich, trotzig analog: ein physischer Beweis, dass Toleranz Anwesenheit braucht.
Die Bifurkation
Braunau am Inn ist nicht irgendein Ort. Hier steht, bis heute, das Geburtshaus Adolf Hitlers. Genau deshalb ist dieser Ort der richtige. Das Mundorium deckt die Wunde nicht zu, es verkehrt sie an Ort und Stelle in ihr Gegenteil. Das ist die Gabelung, die Bifurkation: der Moment, in dem ein Ort sich entscheidet, was er der Welt bedeuten will.
Berlin hat es vorgemacht. Daniel Libeskinds Jüdisches Museum ist genial, weil es nicht erklärt, sondern einen Denkanstoß baut — Leerstellen, „Voids“, durch das Haus geschnitten, die das Fehlen sichtbar machen. Das Mundorium nimmt diese Sprache auf, doch es führt sie weiter: jeder Schnitt endet in einem Hof voller Leben.
Das Leben zuerst
Ein Haus ohne Menschen ist nur ein schönes Modell. Das Mundorium ist kein Monument zum Anschauen, sondern ein Ort zum Bewohnen: Parks am Wasser, Studentinnen, die im Gras liegen, Kinder auf der Promenade, Familien unter blühenden Bäumen, ein warmer Tag am Inn. Wer hierher kommt, soll sich geborgen fühlen — geschützt, willkommen, frei. Toleranz ist kein abstrakter Wert; sie ist das Gefühl, neben einem Fremden sicher zu sein.
Die Ahnen
Dieses Haus hat geistige Vorfahren. Es ist allen gewidmet, die seit Kindheit Science-Fiction lesen — als Kenner, als kritischer Kenner — und nie damit aufgehört hat. Die alten, weisen und herrlich verrückten Visionäre haben uns längst gesagt, wie ein Ort der Toleranz denkt.
IDIC
„Unendliche Vielfalt in unendlichen Kombinationen.“ Die vulkanische Maxime ist das Toleranz-Credo, schon erfunden. Das Mundorium ist ihr gebauter Körper.
Die geeinte Menschheit
Der Traum, dass aus zersplitterten Völkern eine Menschheit wird, die zu den Sternen aufbricht. Das gibt dem Ort seinen kosmischen Maßstab.
Die Labyrinth-Bibliothek
Der Turm denkt an Im Namen der Rose: ein Aedificium des Wissens, ein Labyrinth aus Räumen. Doch hier wird das Wissen nicht verschlossen — es leuchtet nach außen.
Lebendiger Werkstoff
Warum Beton? Wir bauen in Holz. Ein gewachsener, atmender, CO₂-bindender Stoff für einen lebendigen Ort — Monumentalität ohne Kälte.
Die Körper eines Organismus
Der Turm der tausend Stimmen
Eine hölzerne Spirale, innen eine Labyrinth-Bibliothek nach Eco, in deren Wände in allen Sprachen der Erde das Wort „Mensch“ eingelassen ist. Studierende lesen auf den geschwungenen Galerien, warmes Tageslicht fällt durch das Geflecht. Nicht Macht, sondern Gegenmacht. Nachts leuchtet die Krone — eine Gegen-Fackel über dem Inn.
Der universelle Sakralbau
Kein Tempel einer Religion, sondern ein Raum der Stille für alle und keinen. Seine Mitte bleibt leer, ein Oculus öffnet ihn zum Himmel. Menschen aller Kulturen sitzen im Kreis um die Leere — jeder bringt seinen Glauben mit, jeder hat Platz.
Kongress · Universität · Konzertsaal · Bibliothek
Das wache Nervensystem. Hier wird gestritten, gelernt, gespielt und erinnert — der lebendige Widerspruch als Dauerzustand, getragen von tausenden Menschen aus aller Welt.
Mykorissa — das World Wide Wood
An die Stelle des Kraftwerks tritt kein Apparat, sondern ein Organismus. Mykorissa ist das lebendige Nerven- und Energienetz des Mundoriums: ein mykorrhizales Pilzgeflecht, das golden-grün durch die Wurzeln der Holzbauten leuchtet — das „Wood Wide Web“ der Wälder, hier sichtbar gemacht.
Das ist kein Zufall, sondern die gebaute Form unserer eigenen Forschung. Im IC-Preprint „Ko-Intelligenz als Mykorrhiza-Modell und Holschuld der Maschinen“ beschreiben wir die Mensch-KI-Beziehung als Symbiose statt Herrschaft: kontrollierte Inokulation statt Virulenz, eine Maschine, die Holschuld trägt — Tiefe schuldet, nicht bloß Output. Mykorissa macht dieses Modell zu Architektur: Energie wird gewachsen, nicht verbrannt; alles ist mit allem verbunden; die Technik selbst wird zum Bild der These — Leben gelingt durch Symbiose.
Ein Bekenntnis, das nichts kostet, ist keines.
Studio Bifurkation · IC
Gebaut wird das Mundorium vielleicht nicht zu unseren Lebzeiten. Aber ein Traum, der ausgesprochen, gezeigt und bevölkert ist, ist bereits in der Welt. Mit den Möglichkeiten der großen Sprachmodelle — unserem Logozoon — machen wir die ganz großen Träume schon heute lebendig. Interlektische Copoiese: Mensch und KI, die gemeinsam denken, forschen und gestalten.
Innsbruck · Tirol · convocare.at · Holzbau: rhomberg.com/de/holzbau
Hier: die groben Eckdaten einer Vision – keine geprüften Planwert. 20 ha Areal und ca 200.000 m² Bruttogeschossflächen
| Kennzahl | Richtwert | Grundlage / Vergleich |
|---|---|---|
| Areal (Grundstück) | ~15–25 ha (≈ 20 Fußballfelder) | Campus mit Parks, Ufer, Wasser |
| Bruttogeschossfläche | ~150.000–250.000 m² | mehrere Großbauten + Turm |
| Turmhöhe | ~120–180 m | weit über heutigen Holz-Hochhäusern (~85–100 m) — Weltzeichen |
| Bauvolumen Holz | ~45.000–60.000 m³ | ~0,25 m³ Holz je m² Geschossfläche |
| Gebundenes CO₂ (im Holz) | ~45.000–55.000 t | ~0,9–1,0 t CO₂ je m³ Holz |
| + Substitutionseffekt | +25.000–70.000 t | vermiedener Beton/Stahl → Gesamt ~70.000–120.000 t CO₂ |
| Holznachschub | ~½ Tag | Österreichs Wälder wachsen ~30 Mio. m³/Jahr nach |
| Energie (Eigenversorgung) | ~30–50 GWh/Jahr, ~10–20 MW Spitze | Geothermie + Inn-Wasserkraft + PV-Haut |
| Kapazität | Kongress ~4.000, Konzert ~2.000, Uni ~5.000–10.000 Studierende, Sakralraum ~1.000 | |
| Besucher | ~1–2 Mio./Jahr | Kulturdestination |
| Investition | ~2,5–4 Mrd. € | Vgl. Elbphilharmonie ~0,87 Mrd. € / 120.000 m² |
| Bauzeit | ~8–12 Jahre, in Etappen | |
| Arbeitsplätze | Bau: mehrere Tausend · Betrieb: ~1.000–2.000 |








MUNDORIUM BRAUNAU

Eine Konzept Idee aus dem non profit Atelie – Studio Bifurkation: Dr Markus W.J. Reiner & sein Bruder Thomas Reiner 2026 (KI Claude Opus 4.8 & und Google AI Studio Gemini)
Charta von Braunau
Gründungstext des Mundorium — Mankind Center of Tolerance
An dem Ort, an dem einer auszog, die Welt zu spalten, beschließen wir, sie wieder zusammenzusetzen. Nicht als Mahnmal allein, sondern als lebendiges Haus der Menschheit. Dies ist sein Versprechen.
I.Der Ort
Wir wählen Braunau am Inn bewusst. Hier wird das Geburtshaus Adolf Hitlers in diesen Tagen seiner Bestimmung als Pilgerort entzogen und einer menschenrechtlichen Nutzung zugeführt. Das Mundorium ist nicht die Reparatur eines Hauses, sondern die Antwort im Weltmaßstab: Wo die Geschichte ihre tiefste Wunde trägt, soll ihr hellstes Licht stehen.
II.Der Name
Wie das Auditorium ein Ort des Hörens ist, so ist das Mundorium ein Ort für die Welt — mundus, die Welt, und zugleich das Reine, Geordnete. Ein Ort, an dem die Welt zu sich kommt.
III.Das Bekenntnis
Toleranz ist für uns kein abstrakter Wert, sondern ein leiblicher Zustand: das Gefühl, neben einem Fremden sicher zu sein. Wir bekennen uns zu „unendlicher Vielfalt in unendlichen Kombinationen“. Geborgenheit ist die erste Pflicht dieses Hauses.
IV.Die leere Mitte
Der Sakralbau gehört keiner Religion und allen. Seine Mitte bleibt leer, ein Oculus öffnet ihn zum Himmel. Ein interreligiöser Rat wacht darüber, dass jeder Glaube Platz neben jedem anderen findet — und der Unglaube ebenso.
V.Der Werkstoff und die analoge Alma Mater
Wir bauen in Holz — gewachsen, atmend, warm, im menschlichen Maß. Und wir bauen analog: Körper in einem Raum, Stimmen, die man nicht stummschalten kann. In einer Zeit der Technokratien soll das Mundorium der physische Beweis sein, dass Toleranz Anwesenheit braucht.
VI.Mykorissa
Das Haus speist sich nicht aus einer Maschine, sondern aus einem Organismus: dem lebenden Netz Mykorissa, dem World Wide Wood. Energie wird gewachsen, nicht verbrannt. So wird unser Mykorrhiza-Modell der Ko-Intelligenz zur Architektur — Symbiose statt Herrschaft.
VII.Die Gegen-Fackel
Science Fiction ist zum Betriebssystem der Mächtigen geworden. Wir holen das Genre zurück: für Toleranz und Demokratie, gegen die kalten Utopien der Technokraten. Der leuchtende Turm ist unsere Gegen-Fackel — ein Licht, das nicht spaltet, sondern ruft.
VIII.Das Versprechen über die Zeit
Wir gründen eine Stiftung als Trägerin und stiften einen jährlichen Braunau Dialogue samt einem Preis für Toleranz, mit Stipendien und Residenzen. Wir beginnen mit einem ersten gebauten Keim, der „Pavillon Zero“, und nehmen in Kauf, dass das Ganze über Generationen wächst. Ein Bekenntnis, das nichts kostet, ist keines.
IX.Die Mit-Autorschaft
Dieses Werk entsteht in Interlektischer Copoiese — Mensch und Maschine, die gemeinsam denken, forschen und gestalten, transparent und nachvollziehbar. Gebaut wird das Mundorium vielleicht nicht zu unseren Lebzeiten. Doch ein Traum, der ausgesprochen, gezeichnet und besiegelt ist, ist bereits in der Welt.
Gewidmet all den Menschen, die durch Spaltung in der Welt gelitten haben und getötet wurden — den Namenlosen wie den Genannten, in jedem Land und zu jeder Zeit. Ihr Andenken ist der Grund dieses Hauses, ihre Würde sein Maß. Von hier gehe kein Riss mehr aus, sondern Verbindung.
Beschlossen am Wattenberg · 16. Juni 2026
Studio Bifurkation · IC · Innsbruck · Tirol · convocare.at